Systematisch reich mit Aktienfonds!: Die Erfolgsgeheimnisse der Gewinner
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Vorurteilsfrei sind das Buch und seine Thesen sicher nicht, ...
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wenn der Verfasser des Buches "Systematisch reich mit Aktienfonds! Die Erfolgsgeheimisse der Gewinner" auf Seite 146 die Ansicht einer Fernsehjournalistin namens Fides Krause-Brewer als Beweis für seine These, "niemals auf Pump mit Geld, z.B. an der Börse, zu jonglieren", nur weil deren Großvater Reichsfinanzminister war, anführt. Ich halte dies für eher "gewagt", um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall: In gewissen grenzwertigen Finanzsituationen kann ein Investitonsgrad von über 100 % als vorübergehendes Finanzierungsinstrument durchaus notwendig bzw. sogar geboten sein. Als angeblicher Finanzfachmann hätte ich einen Hinweis darauf erwartet, denn wie bei vielen Dingen kommt es auf die Verhältnismäßigkeit an. Bei etwas kritischerer Lesart des Buches könnte sich der unvoreingenommene Leser nämlich durchaus folgende berechtigte Frage stellen: Welche finanztheoretischen oder -mathematischen Leistungen hat diese Frau eigentlich selbst vollbracht bzw. welche themenbezogene Vor-oder Ausbildung außer Ihres Studiums der Nationalökonomie besaß Frau Krause-Brewer eigentlich, die die Nennung ihres Namens in einem solchen Zusammenhang rechtfertigt bzw. vom Verfasser genannt wird? Etwas dürftig, wie ich finde. Welche überragenden Leistungen hat Sie in der damaligen im Vergleich zu heute sehr übersichtlichen Finanzwelt erbracht bzw. Gewinnerin welcher Preise in Ökonomiewettbewerben war Sie? Im Grunde genommen, zu diesem Ergebnis komme ich, wohl keine. Ihre eigentliche beachtliche Lebensleistung lag auf nämlich auf einem ganz anderen Gebiet, dem Journalismus. Finanztheoretische Themen spielten in Ihrem Leben nur eine sehr untergeordnete Rolle. Merke: Nicht jede/r, deren/dessen Großvater Reichsfinanzminister war, ist/wird zwangsläufig ein "Finanzgenie", weil das Finanz-Talent dann in den Genen liegt.
Eher im Gegenteil. Im Normalfall gilt das 3-Generationen-Prinzip. D.h., die erste Generation baut ein Vermögen auf, die zweite verwaltet (und vermehrt es noch etwas), ehe die dritte es (meist) wieder verprasst.
Deshalb halte ich diese verwandtschaftliche Beziehung hier für "ziemlich weit hergeholt" und wohl eher "zufällig". Dafür gibt es, wenn man schon eine solche Beziehung herstellen will, jedenfalls wesentlich bessere Beipiele in der Finanzgeschichte, auf die ich verzichte, hier im Einzelfall näher einzugehen. Ihre neoliberale, familiäre Prägung, Veröffentlichungen zum Welthandel, über die Präsidenten der Wirtschaftverbände, ihre Korrespondententätigkeit zum Thema Wirtschaftspolitik, der Ludwig-Erhard-Preis und ein "Verdienstkreuz" sind für mich kein Nachweis besonderer Befähigung im Umgang mit Geld.
Wie Sie selbst angegeben hat, wurde Sie von ihrem Großvater Bernahrd Dernburg auch eher mit dem "politischen" Bazillus geimpft, nicht mit "ökonomischem/n" Gedankengut oder Theorien. Außerdem war es besonders ein anderer Großvater, der Sie mit seinem Lebensweg als Professor für Zoologie wesentlich mehr faszinierte. Bernhard Dernburg, ursprunglich eigentlich Sohn eines Publizisten und Politikers, hatte das Amt des Finanzministers im Kabinett Scheidemann, welches nur etwa 4 Monate Bestand hatte, weil Scheidemann u.a. die Friedensbedingungen nicht akzeptieren konnte, auch nur ganze zwei Monate inne. Insofern konnte auch er als Finanzminister aufgrund der Kürze seiner Amtsausübung eigentlich kaum Akzente setzen bzw. sich nicht besonders in der Finanz- und Wirtschaftpolitik durch Leistungen profilieren bzw. Meriten erlangen. Fazit: Eine genbedingte, besondere Kompetenz sehe ich bei Ihr daher eher im pubilizistischen, kulturellen oder politischen Bereich statt im Wirtschafts- oder Finanzbereich. Bei Äußerungen der Frau Krause-Brewer zur Finanzentscheidungen Wirtschaftstheorie, die Grundlage für meine persönlichen Anlageentscheidungen sein sollen, bin ich daher eher skeptisch eingestellt, denn meiner Ansicht nach ist es eher so, daß weiteres Geld ohne große Probleme dahin kommt, wo sich bereits ein großes Vermögen befindet, wie auch immer es entstanden ist.


Eine Rezension von RP >
vom 23. Mai 2007
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