Alt sind nur die anderen: So werden wir leben, lieben und arbeiten


 
realistisch und anschaulich
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(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Alt sind nur die anderen: So werden wir leben, lieben und arbeiten (Broschiert) Es gibt täglich neue beunruhigende Trends. In Deutschland klafft die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander, Frauen sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, sie bekämen im internationalen Vergleich zu wenig Kinder, Industrie und Handwerk klagen über Fachkräftemangel, ehe der drohende demografische Wandel auch nur begonnen hat. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftsjournalistin Elisabeth Niejahr setzt Statistiken und Trends zunächst in anschauliche Bilder um. Am Beispiel ostdeutscher Städte und der Ruhrgebiets-Region zeigt sie auf, wie sich Bevölkerungsschwund auf den Geldbeutel des Einzelnen und die städtischen Kassen auswirkt. Dabei interessiert sie sich nach eigener Aussage stärker für individuelle Lebensgefühle als für Rentenformeln.

Wenn in Staaten mit einer schnell wachsenden, sehr jungen Bevölkerung das Bevölkerungswachstum Wohlstand und Stabilität gefährdet, was passiert umgekehrt in Staaten mit schrumpfender Bevölkerung? Werden diese Staaten durch den Schrumpfungsprozess wohlhabender? Welche Kosten entstehen durch den Rückbau einer Infrastruktur, die für höhere Bevölkerungszahlen ausgelegt war? Gefährdet eine alternde Bevölkerung das Wirtschaftswachstum, weil ältere Menschen risikoscheuer sind und deshalb möglicherweise weniger konsumieren als in jungen Jahren? Warum ist das Erfahrungswissen deutscher Fachkräfte in Person von Senior-Experten auf dem Weg nach China und warum haben erst wenige Firmen auf den unternehmensinternen Know-How-Schwund durch die Vorruhestandsregelung reagiert? Können Entscheidungsträger in Gegenden, die von Abwanderung junger Fachkräfte und junger Familien betroffen sind, von anderen Ländern lernen? Wie wird sich das durch Bevölkerungsrückgang und Überalterung steigende Wohlstandsgefälle auf Familien auswirken, deren Mitglieder stärker als zuvor auf gegenseitige Unterstützung angewiesen sind? Die Autorin beantwortet diese Fragen und vertritt zu populären Thesen wie der der Destabilisierung von Staaten in Vorderasien und Afrika durch beschäftigungslose zornige junge Männern ihre eigene Ansicht. Niejahr konstatiert in Deutschland eine Abneigung zu planen, Szenarien zu durchdenken und sich mit wirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen.

Gegen die beschriebene Abneigung gegenüber Wirtschaftsthemen ist ihr Buch ein probates Mittel. Elisabeth Niejahr schildert Zusammenhänge anschaulich, stellt Verknüpfungen zwischen einzelnen Trends her und blickt dabei über den gewohnten deutschen Tellerrand. "Alt sind nur die anderen" ist ein leicht zu lesendes Buch, das kritische Betrachtung mit positiver Einstellung verknüpft.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 19. Mai 2008
Kundenrezensionen:
3. realistisch und anschaulich (die aktuell angezeigte Rezension)
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